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Seven Steps To The Green Door - The?Book
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"The?Book" erscheint in einem sehr aufwendigen Mediabook, inklusive 52 Seiten Storybook in deutsch und englisch.
- Es war aber zugleich ein Zeichen für Samuel: 'Versuche ohne Nägel zu gehen !' -
Wie wohl klingt ein Album, für das von einem Autor und Musikjournalisten extra eine Geschichte geschrieben wurde? Unglaublich progressiv, alle musikalischen Grenzen überschreitend! Gibt es die perfekte Verschmelzung von Text und Musik? Dieses Konzeptalbum ist der Beweis dafür!
Eine Geschichte über den schweren Spagat zwischen Glauben und Selbstfindung – und Musik, die zum Nachdenken anregt, aber NICHT predigt.
Ein Album voller musikalischer Überraschungen und textlicher Offenheit, ohne jegliches ErbArMEN !
Bereits mit ihrem Vorgängeralbum „step in 2 my world“ begeisterte „seven steps to the green door“ Fans und Kritiker mit ihrer stilistischen Bandbreite melodischer und rhythmisch vertrackter Songs – mit THE?BOOK präsentiert sich die Band unter Mitwirkung namhafter Gäste (Martin Schnella - Flaming Row, Larry B. - Toxic Smile) in überraschend neuem Gewand, und doch bekanntem Sound. Unter musikalischer Federführung von Marek Arnold (Toxic Smile, Stern-Combo-Meissen, Flaming Row) und Ulf Reinhardt entstand ein Konzeptalbum, welches nicht ohne Grund im aufwändigen Mediabook inkl. vollständigem Storybook erscheint !
Tracklist:

1. Prologue (A Man And The Book) 2. The Empty Room / The Realization 3. The Crying Child (1st Nail) 4. The Healing Wonder (2nd Nail) 5. The Dividing Water (3rd Nail) 6. The Last Supper (4th Nail) 7. The Eternal Abstinence (5th Nail) 8. The Deadly Crucifixion (dedicated to Anna Seghers out of gratitude for “The Seventh Cross”) 9. The Green Door – Looking For The Last Solution 10. Epilogue (A Bird And The Book)

 

 


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FLAMING ROW - Elinoire
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http://www.flamingrow.de/

Selten habe ich dermaßen gefesselt vor einem Debüt-Album gesessen und meinen Augen und Ohren kaum trauen gekonnt. Und dafür gibt es jede Menge Gründe. „Elinoire“ ist die vertonte 80-minütige Geschichte eines scheinbar glücklichen Familienidylls, das in der totalen Katastrophe endet und am Ende gar wie ein zum Klingen gebrachter Kriminalroman erscheint. Nur dass in diesem Falle kein Film entsteht, sondern ein Konzept-Album, das im Vergleich zu ähnlichen Musikwerken nunmehr seinesgleichen sucht!

Bereits das Cover illustriert in seiner Düsternis, dass einen hier bestimmt kein Gute-Laune-Pop-Rock erwartet, sondern die Musiker sich in die Abgründe der menschlichen Seele begeben. Wie selbstverständlich erscheint es da, dass sich metallischer Rock mit düsterem Metal und verspieltem Prog vereinen. Die Erwartungen sind hoch – und sie werden nicht nur erfüllt, sondern deutlich übertroffen. Schon beim Lesen der an „Elinoire“ beteiligten Musikernamen, die als Gäste tragende Rollen in diesem Werk übernehmen, überfällt einen ein ungläubiges Kopfschütteln:

BILLY SHERWOOD von YES
GARY WEHRKAMP & BERNDT ALLMAN von SHADOW GALLERY
JIMMY KEEGAN von SPOCK'S BEARD & SANTANA
und als integriertes Band-Mitglied sogar MAREK ARNOLD von TOXIC SMILE, SVEN STEPS TO THE GREEN DOOR, GABRIA und der STERN-COMBO MEISSEN!

Da läuft einem glattweg das Wasser im Munde zusammen und der Ohrschmalz verflüchtigt sich.

Doch bleiben wir erst einmal bei der Geschichte, die sich hinter diesem Album verbirgt, an dem der musikalische Tausendsassa MARTIN SCHNELLA gemeinsam mit KIRI GEILE und Unterstützung von BILLY SHERWOOD über zwei Jahre lang gearbeitet haben:

Lea und Adam Baltwin sind ein glückliches Ehepaar, die so etwa alles haben, was sich unser heutiges Kleinbürgertum sehnsüchtig wünscht – Geld und einen guten Job. Nur eins fehlt noch zu ihrer familiären Erfüllung: ein Kind. Doch gerade dieser Wunsch, den man sich nicht mit Geld erkaufen kann, bleibt jahrelang unerfüllt, bis endlich auch dieser Traum in Erfüllung gehen soll. Ein Traum, der ganz schnell zum Albtraum wird. Denn die Geburt ihrer Tochter „Elinoire“ muss Lea mit ihrem eigenen Leben bezahlen. Adam erträgt diesen Schicksalsschlag nicht und schlimmer noch, er gibt seiner Tochter die Schuld am Tod seiner geliebten Frau. Noch unfassbarer aber ist, dass sich plötzlich herausstellt, dass Leas Tod nicht wie vermutet ein tragisches Unglück, sondern ein wissentlich herbeigeführter „Mord“ war – und jetzt erst beginnt das wahre Drama von „Elinoire“, das man in dem 28-seitigen Booklet nachlesen kann!

Voller Neugier stürzt man sich spätesten jetzt auf den Silberling, der schnell für alle Freunde von AYREON, DREAM THEATER, SHADOW GALLERY oder SPOCK'S BEARD zu einem wahren musikalischen Goldstück wird.

Ähnlich wie man das bereits von AYREON kennt, agieren die unterschiedlichsten Charaktere auf dem Album und allein 16 Musiker erhalten eine spezielle Rolle, in welcher sie in der Geschichte immer wieder als Sänger auftauchen. Langeweile kann da definitiv nicht aufkommen. Aber auch die Vielzahl der Instrumente erscheint unendlich: neben Gitarren, Bässen, Keyboards und Schlagzeug sind das Flöten, Saxofon, Banjo, Mandoline, Synths, Mellotron, orchestrale Klänge, spannende Loops und vieles mehr. Ja, ja – die Holländer haben schon lange ihren ARJEN ANTHONY LUCASSEN und mit ihm AYREON – wir Deutschen haben endlich unseren MARTIN SCHNELLA und mit ihm FLAMING ROW. Doch im Gegensatz zu AYREON legen FLAMING ROW nicht solch großen Wert auf elektronische oder zu stark keyboardlastige Musik, sondern verstärkt auf metallische Gitarrenklänge, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass Schnella eben in erster Linie Gitarrist ist.

Schon der mutige Beginn des Albums, der nach dem instrumentalen, atmosphärischen und von Keyboards getragenem Thema mit Satzgesängen à la SPOCK'S BEARD oder GENTLE GIANT an Fahrt aufnimmt, verblüfft. Ein einem MPi-Feuer ähnliches Schlagzeugspiel und brachiale E-Gitarren geben dann aber mit der „Overture“ die Richtung vor, die wie ein roter Faden den musikalischen Kosmos von FLAMING ROW durchzieht. Dazu der wirklich ansprechende, manchmal sogar faszinierende Gesang von KIRI GEILE, der immer wieder auf die anderen Vokalparts trifft, sich mit diesen ergänzt oder in krassem Gegensatz dazu einen stimmungsvollen Gegenspieler abgibt, zieht den Hörer nach wenigen Minuten in seinen Bann.

Selbst überraschende Rap-Einsätze stoßen nicht etwa ab, sondern erklingen wie ein selbstverständlicher Bestandteil dieser metallischen Symphonie. Besonders diese Gegensätze sind es, die „Elinoire“ so reizvoll machen. Kaum glaubt der Hörer, dass ein schweres E-Gitarren-Gewitter aufzieht, schon wird dieses von einer plötzlichen Akustik-Gitarre, einem durch die Gewitterwolken brechenden Sonnenstrahl ähnlich, abgelöst und nimmt dann mit einem Banjo Fahrt in Richtung Country auf, um kurze Zeit später wieder von E-Gitarren-Blitzen, Bass-Güssen und Keyboard-Donner von der grünen Wiese gejagt zu werden.

Eine Achterbahnfahrt durch Dream-Theater-Träume, die in der SYMPHONYsch eXakten SHADOW GALLERY enden und mit einer Story aufwarten, die selbst in einer Geisterbahn noch für zusätzlichen Schrecken sorgen würde. Genauso aber, wie das Album von musikalischer Härte beherrscht wird, tauchen auch immer und immer wieder die ruhigen, getragenen Musikpassagen auf. Solch ein Gefühl für die Gegensätzlichkeiten der Musikstimmungen muss man erst einmal aufbringen – und lange Zeit dachte ich, dass dies nur SPOCK'S BEARD in seiner ganzen Perfektion beherrschen würde. FLAMING ROW bekehrten mich eines besseren.

Seitenlang könnte ich seiner Vielfalt wegen jetzt noch über dieses Album philosophieren. Doch das wären am Ende alles nur (vielleicht sogar leere) Worte. „Elinoire“ muss man gehört haben – spätestens dann wird man verstehen, was ich hier auszudrücken versuche.

Allerdings will ich auch nicht verschweigen, dass dieses Album eine Besonderheit aufweist, die nicht unbedingt jedem gefallen wird. Fast in allen Songs von „Elinoire“ wird dem geschulten Ohr eines leidenschaftlichen Musik-Vielhörers die eine oder andere Parallele auffallen, die ihm so oder ähnlich schon bei den vielen hier bereits erwähnten Bands begegnet ist. Aber bei diesem leidigen Thema scheiden sich ja bekanntlich die Geister.

FAZIT: „Elinoire“ ist genau das Album geworden, auf das ich nunmehr schon seit Jahren sehnsüchtig von AYREON warte. Nein – es ist besser als das geworden. Ein grandioses Debüt, das die Latte für einen Nachfolger auf ungeahnte Höhen legt und nicht umsonst haben sich wohl Musiker von SHADOW GALLERY, YES, SPOCK'S BEARD, SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR und TOXIC SMILE zur Mitarbeit mit FLAMING ROW bereit erklärt. Hier kommt der klingende Beweis dafür!

Tracklist:

1. Elinoire's Theme 2. Initiation Fugato 3. Overture 4. First Day 5. Nightingales Chirp 6. Do You Like Country Grandpa ? 7. Lea's Delivery 8. Elinoire 9. Rage Of Despair 10. Adam's Theme 11. Neglected Garden 12. Time Mirror 13. Watershed 14. Review 15. Unearth The Truth 16. Father's Theme 17. Farewell 18. A Place To review Your Soul (I. Confession II. A Broken Man III. Flaming Row IV. On The Run V. A World Of Make Believe)

List Of Voices:

Lars Begerow as „Adam Baltwin“ Human Band: RAW

Michaela Auer as “Lea Baltwin” Human Band: Acoustic Schock

Jessica Schmalle as “Elinoire Baltwin” Human Band: Steel Protector

Sascha Habich as “Cyrus Baltwin” Human Band: X-Tom, Elements Of Change

Denis Brosowski as “Zachary “Zac” Jones“ Human Band: Iron Fate

Gary Wehrkamp as “Conscience” Band: Shadow Gallery

Brendt Allman as “Liberty” Band: Shadow Gallery

Billy Sherwood as “Past” Band: Circa, Ex-Yes

Jimmy Keegan as “Season” Band: Spock’s Beard

Michael Lowin as “Death” Band: Cast In Silence

Kim Spillner as “Rage” Band: Worst

Kiri Geile as “Destiny” Band: Steel Protector

Martin Schnella as “Spirit” Band: Cast In Silence, Steel Protector

Anne Trautmann as “Love” Band: Seven Steps To The Green Door

Sandra Thielemann as “Time” Band: No Case In Point

Markus Funke as “Forgiveness” Band: Markus Funke Band

 

 

 


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TOXIC SMILE - I'm Your Saviour
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Rückblende:

Mai 2004. Ich blättere das für Freunde progressiver Rockmusik wohl zur Pflicht gewordene Rock-Magazin ECLIPSED durch … auf der Suche nach einer meiner Lieblingsrubriken: „Weltkulturalben – Rockklassiker, die Geschichte schrieben!“ … Diesmal sind zwei der drei Spalten dieser Seite wohl einem auch meiner absoluten Klassiker gewidmet. „The Lamb Lies Down On Broadway“ von GENESIS! Doch was springt mich da von der dritten, ganz rechten Spalte aus an? Das Cover von „RetroTox Forte“, dem zweiten Album von TOXIC SMILE.
Ein Album, das in meiner Plattensammlung einen Sonderplatz einnimmt (Warum das der Fall ist, kann man auch auf diesen Seiten lesen!) und für mich nach über 100 Hördurchgängen genauso wichtig wie besagtes GENESIS-Album ist. Dazu kann ich in der rechten Zeile ein paar Stimmen zum Album aus dem ROCKHARD, METALHEART, ROCK IT oder EMPIRE lesen: „Egal ob Gänsehaut-Balladen, geile Instrumentals oder Mammut-Tracks, alles klingt frisch und unverbraucht!“ (ROCKHARD); „Wer auf klischeefreien und perfekt in Szene gesetzten Progressive Metal steht, der sollte ‚RetroTox Forte’ unbedingt antesten!“ (METALHEART) „Freunde von SPOCK’S BEARD, den FLOWER KINGS oder sogar RPWL kommen hier sicher auf ihre Kosten! In dieser Liga spielen TOXIC SMILE definitiv mit.“ (ROCK IT) „Mit ‚RetroTox Forte’ beweisen TOXIC SMILE, dass sie zur Speerspitze der deutschen Prog-Szene gehören!“ (EMPIRE)

Was soll ich dazu eigentlich noch schreiben?

Unser giftig lächelnder Erlöser ist wieder da! Er hat sich sechs schrecklich lange Jahre Zeit gelassen, um uns jetzt mit „I’m Your Saviour“ tatsächlich aus der Lethargie zu befreien! Wie oft hatte man schon Angst um diese Band!? Geben sie auf? Machen sie weiter? Glauben sie noch an sich? Und plötzlich frage ich mich zurecht, ob wirklich die beiden linken oder die eine rechte Spalte über ein WELTKULTURALBUM berichten! „I’m Your Saviour“ hat all die musikalischen Zutaten, die es zu einem „Weltkulturalbum“ machen – das einzige, was fehlt, ist die öffentliche Aufmerksamkeit, die TOXIC SMILE längst verdient hätte. Drei Alben, ein mehr als gelungener Ausflug in die Klassik und eine EP, die mit „Freezing Rain“ wohl eine der schönsten Balladen des Progs aller Zeiten ist und schmerzlich beweist, was bei einem ähnlichen Versuch SPOCK’S BEARD mit „All On A Sunday“ verbrochen hatten, sind doch Beweis genug. Wir haben es hier mit einer jungen Band zu tun, die im Sektor des progressiven und metallischen Rocks längst Weltniveau erreicht haben. „I’m Your Saviour“ erzählt im Grunde die Geschichten, die das Leben schreibt. Es sind meistens traurige Geschichten, aus denen sich einige der Beteiligten zu flüchten versuchen, indem sie nach „Erlösern“ suchen und, statt in Richtung Himmel zu blicken, sich in düster Gebäude begeben, in die kaum ein Sonnenstrahl dringt. Sie kriechen zu Kreuze und beten einen Toten an, der angeblich für sie gleich mitgelitten hat. Doch im Grunde bewegen sie sich nur in „Endless Cycles“ oder verlieren, wie bei „The Abyss“, den Lebensmut. Hier wird nicht nur musikalisch, sondern auch textlich ganz großes geleistet: „It’s only ‚To Have’ our salvation / The meaning of life, live as fool.“ Leider gibt es auch unter den vielen Freunden des progressiven Metals noch jede Menge Narren, die ihren Blick immer nur einseitig in Richtung DREAM THEATER, VANDEN PLAS, BLIND GUARDIAN oder SYMPHONY X richten und denen dabei völlig entgeht, dass TOXIC SMILE spätestens mit diesem, ihrem 3. Studioalbum nicht nur auf der Überholspur, sondern eindeutig an besagten Bands vorbeigezogen sind. Liegt das nun an dem außergewöhnlichem Gesang von LARRY B. oder an den komplexen kompositorischen Ideen von MAREK ARNOLD, in denen Härte auf sanfte Momente und herrliche Melodien trifft? Bässe treffen auf Gitarrenbreitwände und treibendes Schlagzeug, um unverhofft den Keyboards die Führung zu überlassen. Bombastische Momente werden abgelöst von akustischen. Und LARRY B. verleiht dem allen seine Stimme, die in den unterschiedlichsten Tonlagen und Klangfarben, mal rau, mal kristallklar daher kommt. Vier musikalische Höhepunkte, die alles zu bieten haben, was jedes progressive Herz höher schlagen lässt, müssen hier unbedingt erwähnt werden. Mit „Liquid Wall“ konnte kein besserer Einstige für „I’m Your Saviour“ gefunden werden. Ein druckvoller Titel, der zwischen metallischer Härte und unglaublichen Melodiebögen hin und her schwenkt und wo jeder Musiker seine ganze musikalische Bandbreite ausspielen darf. „The Abyss“, die mysteriöse Selbstmord-Nummer, die zwischen beängstigenden, düsteren Klangpassagen, einem deutsch gesprochenen Nachrichtentext und knallharten Metal wechselt, der nicht nur fett ist, sondern auch in gewissen Momenten an die krachigen BLACK SABBATH-Zeiten erinnert. „Poles Apart“, eine wundervolle, todtraurige Ballade, die vom außergewöhnlichen Gesang LARRY B’s lebt und das fantastische Finale des letzten Tracks, der dem Album seinen Titel verlieh. „I’m Your Saviour“ – ich bin dein Erlöser – lässt dem Hörer keine Chance, sich nicht nur der textlichen, sondern auch der musikalischen Botschaft zu entziehen: „I’m Your Saviour / I Will Save You / Rid Your Sad Soul“ – nein, unsere Seele kann einfach nicht trauern, bei solcher Musik. Druckvoll, treibend, verspielt, herrliche Keyboardpassagen, die sich wiederholen, ohne zu langweilen. Hier predigt die Musik von einem Leben nach dem Tod anspruchsloser, langweiliger, tausend Mal nachgespielter Wiederholungstäter. TOXIC SMILE haben sich eine eigene Liga geschaffen – und es wird verdammt schwer, dort mitzuspielen! FAZIT: Die Zeit ist reif. TOXIC SMILE hat von den bereits in dieser Kritik benannten Größen gelernt, jetzt kann ich bedenkenlos behaupten, dass der umgekehrte Fall eintreten sollte. „I’m Your Saviour“ ist ein Album geworden, an dem sich vieles von dem, was sich auf dem Sektor des Progressive Metal tummelt, messen lassen muss! „I’m Your Saviour“ setzt Maßstäbe – ein Weltkulturalbum!

Ein PS für alle „Ossis“, die diese Seiten lesen:
Die wohl in der DDR bekannteste Art- und Prog-Rock-Band STERN-COMBO MEISSEN, die noch heute vor einigen tausend Zuschauern spielen, haben TOXIC SMILE längst entdeckt und in ihre eigenen legendären Reihen geholt. Mit LARRY B., ROBERT BRENNER und MAREK ARNOLD sind drei Mitglieder von TOXIC SMILE nunmehr fester Bestandteil der STERN-COMBO MEISSEN! Wenn schon gestandene Profis mit über 40-jähriger Spielerfahrung diese „Jungsporne“ entdecken, dann sollte es allerhöchste Zeit für uns sein, TOXIC SMILE wenigstens das bisschen an Aufmerksamkeit zu verleihen, was sie längst verdient hätten!

 

Tracklist:

1 Liquid Wall 2 The Change 3 The Abyss 4 Hidden Brand 5 Walked By Fear 6 Endless Cycle 7 Pride and Joy 8 Poles Apart 9 I'm Your Saviour

 

 

 




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INVERTIGO - Next Stop Vertigo
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Neues aus deutschen Landen: InVertigo aus Gelsenkirchen legen mit „Next Stop Vertigo“ ihr Debütalbum vor. Auf dem Cover ist der Albumtitel als Stempelabdruck dargestellt, in dem „confidential“ steht. Na, dass wollen wir doch nicht hoffen, dass dieses Werk vertraulich, geheim oder nur ein Geheimtipp bleibt, dazu ist es nämlich eindeutig zu gelungen.

„You are a fan of Marillion, Spock's Beard, Pendragon, Satellite, Genesis?“ - You will love InVertigo!“ schreibt die Band selbstbewusst... und ja, da haben sie recht (obwohl ich eher auf Yes, denn auf Genesis, referenziert hätte, aber das ist eher eine Petitesse). Damit ist die Rezension auch schon erledigt. Kaufen!

Oh, ihr wollt doch mehr wissen? Na gut... „Next Stop Vertigo“ ist ein erstaunlich reif klingendes Album geworden, dessen Soundgestalt gleichermaßen Elemente des New Artrock, vor allem in der elegischen Gitarrenarbeit, des Neoprog - Keyboard-Teppiche und -Flächen -, aber auch einfach guter, verspielter Rockmusik aufgreift (in einer besseren Welt wäre diese Musik im positiven Sinn radiotauglich, weil man ja auch beim Frühstücken gut unterhalten werden will). Gerade Keyboarder Kuchenbecker hat aber auch ein paar Gimmicks und gute Ideen auf Lager, die für Überraschungseffekte und Auflockerung sorgen, mal ein jazziges Piano, mal floydige Atmosphären. So wird der Geist der Musik, wie er stellvertretend von den weiter oben genannten Bands versprüht wird, zitiert und als Inspiration genommen, ohne, das direkt ein Vorbild ständig zitiert oder gar kopiert wird. Heraus kommt edler Neoprog mit viel Stil und viel Melodie, mit flirrenden Synthies, moderat rockenden Gitarren und ebenso moderat vertrackten Songs. Oben drauf gibt es mit Sebastian Brennert einen guten Sänger, Marke gefühlsecht und melodiestark. Manchmal erinnert mich der Stil Brennerts (wie im übrigen die gesamte Musik von InVertigo auch) an Phil Griffiths und Alias Eye. Auch die Belgier M!NDGAMES und die bereits genannten Satellite aus Polen erscheinen mir als gute Vergleiche.

InVertigo beleben aber ihre stilistische Ecke mit frisch und flott gespielter Musik, mit epischen, verspielten Arrangements, guten Melodien und überhaupt einem gewissen Wohlfühl-Faktor, ganz ohne Schwülstigkeit und übertriebenem Pathos. „Next Stop Vertigo“ ist ein mehr als gelungenes Debüt, welches vor allem Genre-Freunde verzücken sollte und das Appetit auf noch viel viel mehr macht.

 

Tracklist:
1. Vertigo 7:27 2. The Night 8:57 3. Special 12:22 4. Take Your Time 7:46 5. Night On Broadway 7:29 6. Saturday Evening 8:33

 

 

 


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TOXIC SMILE - RetroTox Forte
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Die knapp 70minütige CD überzeugt auf der ganzen Linie, denn Toxic Smile verstehen es, stilistische Vielfalt und Homogenität miteinander zu verknüpfen. Obwohl die musikalische Palette von Progmetal über klassischen Prog und Balladen bis hin zu Jazzelementen reicht, wirkt die Scheibe wie aus einem Guss. Hinzu kommt ein ungemein transparenter, dynamischer Sound. Die Gastmusiker Norbert Jäger (Stern Combo Meißen) und die Condé Singers (Ex-Kreuzchormitgleider) tragen zur hohen Qualität des Albums bei. Bei aller Komplexität, verschachtelten Songstrukturen und Breaks beweisen die Leipziger ein Händchen für eingängige Melodien. So beweisen die beiden gefühlvollen, eindringlichen Balladen Sacrificial Flame und Steps Back im positiven Sinne Radiotauglichkeit. Heimlicher Höhepunkt der CD ist jedoch das 12minütige Confidence In Dececption, ein Stück, das durchaus den Vergleich zu alten Spock’s Beard Stücken standhalten kann. Allein schon das Piano-Intro erzeugt bei mir eine wohlige Gänsehaut. Gegen Ende wird dann noch experimentierfreudig mit den Hörgewohnten des Hörers gespielt und deutsches Liedgut sowie Rapelemente in den Song eingebaut. Fazit: Mit Retrotox Forte beweisen Toxic Smile, dass sie zur Speerspitze der deutschen Progszene gehören.

Tracklist:

1. Voix Du Passe 1:52 2. Raised 6:13 3. Fall Down 6:00 4. Escape 5:24 5. Pyramid 7:00 6. Stop Now 4:05 7. Steps Back 5:29 8. Confidence in Deception 12:00 9. C.I.D. Addendum 3:18 10. O.T. (Instrumental) 4:51 11. Sacrified Flame 3:53 12. Heavsent 9:18

 


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TOXIC SMILE - M.A.D. 10th Anniversary Ltd. Digipak
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10 Jahre nach Veröffentlichung in Korea erscheint nun endlich das Album auch in Europa. Limitiert auf 500 Stück im Digipak.

Es war einmal … so beginnen Märchen und manchmal auch CD-Kritiken. Nur enden diese nicht mit: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“ - sondern mit: „Welch Wunder, dass sie trotz alledem noch nicht gestorben sind und zum Glück noch heute musizieren!“ Doch welche Geschichte liegt dazwischen? Eine Geschichte rund um zwei fast identische CDs, die trotzdem völlig unterschiedlich sind, um eine Reise nach Südkorea, gemeinsame Auftritte mit Slayer und Sepultura, Autogrammstunden, Auftritte in Fußball-Stadien und bei MTV sowie den Einstieg eines Titels, Daydream, in die südkoreanischen Top 10 plus einem Titelfoto auf der größten Musikzeitschrift Südkoreas.

Zu einer Zeit, als das größte, die Welt bewegende Problem darin bestand, ob wir im Computerzeitalter die Zeitumstellung zum neuen Millennium unbeschadet überstehen werden oder es zum absoluten 2000er Gau kommen wird und wir wieder in die computerisierte U(h)r-Zeit gebeamt werden, hatte ein studierter Saxofonist und zugleich leidenschaftlicher Keyboarder die Idee, eine Band zu gründen, die genau jene Musik verwirklicht, mit der man zwar nichts verdienen, aber der Welt doch beweisen kann, was man drauf hat. Auch wusste dieser Marek Arnold, der sehr gerne die Musik von DREAM THEATER und SYMPHONY X hörte, dass „seine“ Musik zwar Ähnlichkeiten zu diesen Bands aufweisen, aber in ihrer Komplexität völlig anders klingen sollte, sich nicht auf Prog-Metal festlegen lassen durfte, sondern die unterschiedlichsten Stil-Richtungen des weiten progressiven Universums aufweisen musste, ohne vor weltmusikalischen Elementen oder Blas-Instrumenten Halt zu machen. Konnte so was überhaupt gut gehen? Es konnte!

Und dieser Leipziger fand tatsächlich in seinem Leipziger Umfeld studierte Musiker der allerersten Güteklasse, die bereits professionell tätig waren oder aber all das musikalische Zeug mitbrachten, welches Mareks Vision in die Wirklichkeit umsetzen konnte. So entstanden verschiedene Kompositionen und man begann in Eigenregie unter dem Namen TOXIC SMILE am Debut-Album zu arbeiten, das unter anderem sogar einen Titel enthielt, dessen Grundlage ein südkoreanisches Kinderlied war, das den kleinen süßen Schlitzaugen zum Einschlafen aus fast jeder Spieluhr entgegenträllerte. Nur sollte gerade dieses Liedchen zu einem ansprechenden Long-Track ausgebaut werden und vordergründig dem Prog-Metal huldigen. Ja, der Beweis war erbracht, auch in Leipzig haben Verrückte zwar nichts zu sagen, aber einiges zu musizieren. Und gerade diese Idee in ihrer Verrücktheit sollte auf einem völlig anderen Kontinent Aufsehen erregen. Durch einen Zufall und die Freundin des Schlagzeugers gelangte die CD in die Vorstandsetagen von BMG – aber eben nicht in Deutschland, sondern in Südkorea. Schnell erkannte man dort wohl auch das Potenzial der Jungs aus Leipzig – und so nahm das „Märchen“ seinen asiatischen Lauf. Die selbst produzierte CD wurde perfekt in Südkorea neu produziert, einige Titel verschwanden, neue kamen hinzu, die Reihenfolge wurde verändert. Auch der Wunsch, unbedingt eine Cover-Version auf das Album zu bringen, erfüllte TS … und ich muss sagen, wenn man diese Toxic Smile Version von „Owner Of A Lonely Heart“ hört, die voller Dynamik und in ungewohnter Härte rüberkommt, möchte man eigentlich das Original von YES nur noch ganz schnell vergessen.

Interessant war natürlich auch, dass den giftig lächelnden Deutschen mit Hete Ahn ein fröhlich grinsender, sehr bekannter südkoreanischer Gitarrist zur Seite gestellt wurde, der die neuen Titel der CD mit einspielte und die Band bei ihren Konzerten in Deutschland und Südkorea musikalisch begleitete. So schaffte es sogar ein Titel, der nur auf der südkoreanischen CD-Ausgabe enthalten ist, in die Top 10 der asiatischen Hitparaden: „Daydream“, eine gefühlvolle Ballade, bei der die hervorragende Sangesleistung von Larry B. ein wenig an Phil Collins erinnert, die allerdings dem Zuhörer statt der aufkommenden himmlichen Gefühle im zweiten musikalischen Teil harte Gitarren um die Ohren haut … ja, durchweg Schmalziges darf man bei TS nie erwarten – dafür aber jede Menge musikalischer Überraschungen, die sich vom Prog-Metal über den klassischen Prog-Rock bis hin zum Jazz oder sanften Rock bewegen.

TOXIC SMILE sind eine wahre Entdeckung am deutschen Himmel des ProgRocks, die allerdings bis nach Südkorea reisen mussten, um ihre verdiente Anerkennung in Asien zu erhalten – auch wenn sie in Deutschland noch immer völlig ungerechtfertigt ein Schattendasein führen – aber trotzdem noch nicht den Glauben an IHRE Musik aufgegeben haben. Welch Wunder, dass sie trotz alledem noch nicht gestorben sind und zum Glück noch heute musizieren.

Thoralf Koss BBS Wertung: 14/15

 

Tracklist:

1. Nothing To Believe 4:47 2. Madness And Despair 7:24 3. Rollercoaster 4:40 4. Daydream 5:00 5. Toxic Smile 4:45 6. $0815 4:40 7. Owner Of A Lonely Heart 5:06 8. The Crown 4:15 9. Hate Me 2:50 10. Arirang 12:44 11. Autumn Leaves 2 (live) 6:25

 

 

 


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TOXIC SMILE - Overdue Visit EP
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Limitierte EP - Die Songs erscheinen nur auf diesem Release !

Bereits die Idee des „Wish You Were Here“-Effekts wird jedem Freund von PINK FLOYD so einige leidenschaftliche Stoßseufzer abverlangen. Wer erinnert sich nicht an den wundervollen Übergang von „Have A Cigar“, in dem ein bombastisches E-Gitarrensolo urplötzlich in einen blechernen Autoradio-Sound übergeht und ein imaginärer Musikfreund am Radioregler dreht, um einen anderen verrauschten Sender zu finden, der den Beginn von „Wish You Were Here“ rauschend einleitet, um dann in dem kristallklaren akustischen Gitarrenintro aufzugehen!? Wie oft eigentlich habe ich eine Gänsehaut genau in diesem Moment bekommen? Unzählige Male! Nur selten hat es eine Band geschafft, mir dieses Gänsehautgefühl erneut zu vermitteln. Dank der aktuellen EP von TOXIC SMILE, Overdue Visit, hat sich dieses Gefühl bei mir wieder eingestellt.
Auf besagter EP bestimmt nämlich ein Radio die Übergänge zwischen den Titeln – ähnlich wie auf dem 75-er-Kultalbum von Pink Floyd. Bereits der EP-Einstieg mit dem längsten Titel „Solitudes Sphere“ (7:25 min) kommt nur rein aufnahmetechnisch radiotauglich daher. Eine Chance, jemals im Mainstream-Radio gespielt zu werden, hat er nicht. Denn hier feuern harte Gitarrenriffs metallische Breitseiten, die von einer wundervollen Stimme auf himmlische Höhen geleitet werden, um spätestens im 7. Himmel jedem Harfen-Schönklang den „dreamtheatralischen“ Garaus zu bereiten. Ähnliches gilt auch für den dritten EP-Titel „Peak Of Delight“, in dem die Tante Prog um die Hand von Onkel Metal anhält (Schließlich leben wir ja seit Alice Schwarzer in einem emanzipierten Land!) und von Pfarrer/in Rock geehelicht wird. Das sind sie, die typischen Markenzeichen von Toxic Smile, die eigentlich Maßstäbe im progressiven Metal setzen müssten, aber viel zu wenig Beachtung finden. Ich frage mich wirklich, woran das bloß liegt! Nun aber Schluss mit dem Härte-Gefasel, es geht auch ruhiger, sanfter, einfühlsamer, aber völlig unkitschig. „Insights“ setzt auf (neoprogressive) Gefühle mit Melodien, die sich langsam in die Gehörgänge schleichen und sich dann partout weigern, diese wieder zu verlassen. Sie setzen sich fast boshaft darin fest … und der Hauptgrund dafür ist die Stimme des Sängers LARRY B. Dieser Glatzkopf hat wohl seit seiner Zeit bei KARUSSELL nicht nur seine letzten Locken geopfert, sondern auch seinen Glauben daran, dass Musik, so gut sie auch sein mag, sich deswegen automatisch gut verkauft. Denn wer so singt, wie dieser Ausnahmevokalist, der müsste eigentlich weltberühmt sein. Hier trifft nur eine Beschreibung zu: Charisma und Leidenschaft. Larry B. nutzt seine Stimme als Transportmittel von dem, was da von ganz Innen aus ihm heraus kommt. Und wer „Freezing Rain“ hört, hat vielleicht ein ähnliches Gefühl wie ich, das mir signalisiert: „Der Typ klingt wie nicht von dieser Welt.  „Overdue Visit“ ist ein weiterer Beweis dafür, dass nicht nur diese Aussage stimmt, sondern auch der prog-musikalische Osten Geschichte(n) schreiben kann – auch wenn die leider nur 23 Minuten lang ist!

Tracklist:

1. Solitudes Sphere 7:25 2. Insights 5:31 3. Peak Of Delight 6:20 4. Freezing Rain 4:11
Gesamtlaufzeit: 23:27


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Irgendwie hatte ich es schon geahnt. Vielleicht besitze ich auch hellseherische Fähigkeiten und sollte mich statt Musikkritiken zu schreiben auf Kristallkugeln konzentrieren, um gutgläubigen, zahlungskräftigen Einfaltspinseln die Zukunft vorherzusagen. Als ich nämlich die ersten sieben Schritte in Form eines Puzzle-Teils vor mir liegen hatte, schrieb ich zu dem 2006er Werk von SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR, wohl auch ein wenig durch die unglaubliche Vielfalt der Musik verunsichert, die noch nicht mal vor Rap-Klängen Halt machte, solche Zeilen wie: „Mit ihrem Debut ‚The Puzzle’ kreiert diese junge ostdeutsche Band ein musikalisches Kaleidoskop in den buntesten Farben. Hier entstand ein musikalischer Silberling, der noch die Suche nach etwas völlig Neuem darstellt, und so bei jedem aufgeschlossenen Hörer riesige Neugier erwecken muss. Wenn sich SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR beim nächsten, bereits angekündigten Album endgültig finden sollten, dann steht uns wahrscheinlich ein ganz großes Meisterwerk bevor.“ „Step In 2 My World“ ist es tatsächlich geworden, ein Selbstfindungsalbum, in dem die Musiker alle Freiheiten erhalten, ihr musikalisches Können bis an ihre Grenzen auszuloten, sich darin auszutoben und am Ende ein kleines, in sich geschlossenes Meisterwerk zu verwirklichen, das progressiv, jazzig, poppig, rockig, verrückt, verträumt, abgefahren und zugleich perfekt durchdacht klingt. In keiner einzigen der 66 Minuten hat man den Eindruck, dass die Musik dem Selbstlauf überlassen wird. Laufend wechseln die Stimmungen, nicht etwa von Titel zu Titel, sondern mitunter von Minute zu Minute und schon nach dem ersten Komplettdurchlauf des Albums bleibt ein verblüffter Hörer zurück, der sich fragt, ob er wirklich so unglaublich viel Unterschiedliches auf nur einer einzigen CD vernommen hat. Die Musik gleicht dem Öffnen eines Überraschungseis, bei dem man nach langem Klappern seine neugierige Hoffnung und ein wenig Geld investiert hat, um darin ein Figürchen aus der Sonderserie zu entdecken – doch plötzlich springt einem die komplette Serie entgegen! Und als wäre das nicht schon genug, gibt’s noch ein paar zusätzliche Sahnehäubchen, wie den aktuellen Sänger der STERN-COMBO MEISSEN, Larry B, der „Moon Talks To Me“ zu einer Ballade werden lässt, die mit verspielten elektronischen Klängen beginnt, um dann zu einem sanften Klanggebilde zu werden, welches nicht nur gefangen nimmt, sondern ein kleines Musiktraumschloss errichtet, das mal zerbrechlich, mal regelrecht fordernd klingt, mal verfremdet wird, mal in seiner Klarheit kaum zu übertreffen ist. Unglaublich, wie viele Gefühle in 7 Minuten Spielzeit untergebracht werden können. Doch bis der Mond zu einem spricht, muss man sich erst einmal gedulden und so ziemlich alle musikalischen Hürden eines progressiv-jazzig-poppig-balladesk-verrückt klingenden Albums überspringen, um den Schritt in die Welt von SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR machen zu können. Eine Welt, in deren Booklet-Mikrokosmos Musiker von riesigen „Piggy-Monster“-Frettchen namens Lane bedroht werden, die sich auf die Suche nach ihrer Freundin Penny befinden oder wo man in Nussschalen durch die Gosse schippert und in Schneckenhäusern eine faszinierende Unterkunft findet. Auch Pilze und Tausendfüßer erscheinen (über-)lebensnotwendig, ob nun als Nahrung oder als Gefährt. Verrückt!? Ja, im positiven Sinne total verrückt! Denn was das Booklet ankündigt, bringt die Musik zur Vollendung! Symphonische Streicher eröffnen in „New Rising“ das Sieben-Schritte-Universum. Doch schon nach ein paar Sekunden wird georgelt auf Teufel komm raus, die E-Gitarren schmettern metallische Motive durch die Gegend, um von einer Klarinette und harmonischen Gesängen ausgebremst zu werden. Da fühlt man sich schon mal an TOXIC SMILE erinnert, aber nur in den härteren Momenten. Alles andere geht völlig eigenständige Wege, die ihren extremsten Schritt dann wohl mit „My Mr. Lovely Singing Club“, einem Jazz-Titel mit Lachsack, wagen. Ansonsten gibt es hier tolle Sänger, fantastische Melodien, zarte Balladen, hammerharte Riffs, elektronische Spielereien, klassisch angehauchte Kompositionen, durchdachte Arrangements und die pure Leidenschaft zu hören. Musikalisch ist das garantiert kein Mikro-, sondern ein Makro-Kosmos, da kann einem das Booklet vorgaukeln, was immer es will. Hier kommt nicht Penny, hier kommt nicht Lane … hier kommt grenzenlose Musik, die in keiner Sekunde grenzwertig ist!

FAZIT: Es ist vollbracht! Und zwar bereits beim zweiten Schritt. Nach ihrem Debut „Puzzle“ werfen die ostdeutschen Kreativ-Musiker ein Album auf den progressiven Musikmarkt, das in seiner Vielfalt kaum noch zu übertreffen ist. Was für Alice das Wunderland war, sollte für den Prog-Liebhaber der Schritt in die SEVEN-STEPS-WELT sein.
Tracklist:
01. New Rising 02. Stay Beside 03. Step Into My World 04. Melissa 05. My Lovely Mr. Singing Club 06. Attract Me 07. Paid for Glance 08. Moon Talks to Me 09. Rising Shore 10. Closer 11. Figures out of Clouds

 


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Seven Steps To The Green Door - The Puzzle
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Als Kind frönte ich einer Leidenschaft, die mich Stunden in ihren Bann ziehen konnte. Ich puzzelte. Regelrecht süchtig sortierte ich die einzelnen Teilchen nach geraden Seiten, nach bestimmten Motiven oder besonders auffälligen „Beinchen“. Jedes einzelne Puzzleteil entwickelte so sein Eigenleben, bis es, zusammengefügt mit einem anderen, erst ein Bild ergab, das dann wiederum irgendwo im Großen und Ganzen des kompletten Puzzle-Meisterwerks aufging. Dass eine ähnliche Form des Zusammenfügens einzelner musikalischer Puzzle-Teile auch in der Musik möglich ist, um aus einem zerstückelten, stilistischen Etwas ein Klangbild entstehen zu lassen, war mir bisher noch nicht bekannt. Dabei lag es doch nur sieben Schritte weit von einer grünen Tür entfernt. Wenn man diese öffnet, tanzen dahinter rockige Headbanger mit popigen Fönfrisurträgern und rappenden Rastalockenhüpfer, die progressiven Freigeistern ihre so wichtigtuerische, intolerante Arroganz mit Hilfe von grauhaarigen Jazzern davonblasen. Sowas kann einfach nicht gehen? Von wegen! SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR sind eine Band von Musikern, die aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen kommen und sich um den auch Saxofon spielenden Keybolarder MAREK ARNOLD geschart haben. Mit seiner Band TOXIC SMILE hat Arnold bereits einige Achtungszeichen in der progressiven Rockszene gesetzt und sogar in Südkorea größere Erfolge feiern dürfen. Das ging allerdings nur so lange gut, bis die Forderungen der großen Plattenbosse an die Band, doch endlich auch „Wonderful Tonight“ von ERIC CLAPTON zu covern, deutlich über deren anspruchsvolle Hutschnur hinausging und man sich im beiderseitigen Einvernehmen trennte – um seine musikalische Zukunft im progressiv schnarchigen Deutschland fortzusetzen. Schon ’ne ganze Menge, auf was Musikmoralist Arnold da im Interesse der Kunst verzichtete. Doch ohne diesen Verzicht hätten wir garantiert nicht dieses spannende, jeglichen Stilbruch praktizierende Album vor uns liegen. „The Puzzle“ ist das Ergebnis eines kreativen Austauschs von Musikern, die von Hause aus in den unterschiedlichsten Kapellen aktiv sind, also neben der bereits erwähnten Prog-Metal-Band TOXIC SMILE wären da noch die Funkrockband MOTHER’S PRIDE, die Hardcore-Fraktion XTRO, das Power-Metal-Projekt TESTIMONY oder ganz einfach einer der in Deutschland gefragtesten Studio-, Live- und Jazz-Gitarristen „EDDY“ GEMEINHARDT. Man muss wirklich ganz schön puzzeln, um all die Einflüsse unter einen Hut zu bringen. So erscheint dieses Album an gewissen Stellen noch wie ein Selbstfindungsversuch, der Rockmusik mit progressiven Ideen, eindringlichen Melodien und überraschenden Grooves zu kombinieren versucht und diese dabei immer wieder mit besonders durch das Saxofon heraufbeschworene Jazzeinlagen würzt. Ein zusätzliches Puzzle-Stück, das sich hervorragend in dieses von seiner Covergestaltung her recht dunkle Album einpasst, ist der Gesang von Anne Fritzsche von der Band DAYFLY (Übrigens ein faszinierendes Folk-Pop-Projekt, das es ebenfalls zu entdecken gilt!) auf dem offiziell letzten Titel (Es folgt nämlich noch ein Hiddentrack!), der eine tiefdunkle Ballade voller Wehmut und Leidenschaft ist. Zusätzlich gibt’s noch ein besonders leuchtendes Puzzle-Teil, das einen Namen trägt: NORBERT JÄGER, Gründungsmitglied und Percussionist der DDR-Artrock-Legende STERN-COMBO MEISSEN, verleiht an verschiedenen Stellen der Musik durch sein Percussionspiel eine ganz besondere Atmosphäre, sodass vielleicht sogar die alteingefleischten Fans der STERN-COMBO mit dieser Scheibe einen bisher noch ungehobenen Edelstein entdecken können. Ein wirklich mutiges Album! Genauso mutig ist wohl auch die Wahl des Namens. Gibt es in der Rockmusik überhaupt eine Band, die einen längeren zu bieten hat als SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR? Mir zumindest ist diesbezüglich keine bekannt, dafür aber das Geheimnis, das sich um diesen Namen rankt. Darum will ich es hier lüften. Der Schlagzeuger ULF REINHARDT hatte in seinen frühsten Musikerjahren eine Band gegründet, die einen ebenso verrückten Namen trug: PREACHERS OF PRUNES (Backpflaumen-Prediger). Ihr erstes fertig produziertes Album, das allerdings niemals endgültig zur Veröffentlichung kam, hieß …. Genau! Allerdings erklärte die Band Ulf anfangs für verrückt, als er diesen Namen neben einer Vielzahl anderer vorschlug – jedoch waren einen Tag später allen Musikern nur noch dieser, wohl doch recht interessante Vorschlag in den Gedankengängen verankert geblieben. Und dass dieser Name zu solcher Musik mehr als passend ist, kann man wahrhaft nicht überhören!

FAZIT: Mit ihrem Debut „The Puzzle“ kreiert diese junge ostdeutsche Band ein musikalisches Kaleidoskop in den buntesten Farben, die nach sieben Schritten an einer grünen Tür enden. Hier entstand ein musikalischer Silberling, der noch die Suche nach etwas völlig Neuem darstellt, und so bei jedem aufgeschlossenen Hörer riesige Neugier erwecken muss. Wenn sich SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR beim nächsten, bereits angekündigten Album tatsächlich finden sollten, dann steht uns wahrscheinlich ein ganz großes Meisterwerk bevor.

Tracklist:

01. Everytime 02. Sigrid 03. Enslaved 04. Diary 05.Tell Me 06. Days Run Away 07. At The End Of December 08. The Puzzle 09. As One 10. Farewell

 

 


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